Green Marketing | Mein Guide für Unternehmen 2019

Green Marketing Blog Header JK Marketing

Du hast schon einmal etwas von Green Marketing gehört und möchtest wissen, wie Du Green Marketing für dein Unternehmen nutzen kannst, bist dir aber nicht wirklich sicher, auf welche Aspekte Du achten musst, welche Möglichkeiten es gibt und welche Schritte nötig sind? Dann bist Du hier genau richtig!

In diesem Guide möchte ich dir zeigen, wie Du Green Marketing in deinem Unternehmen nutzen kannst, welche Schritte Du dafür gehen musst und auf was Du hierbei achten solltest!

Was ist eigentlich Green Marketing und warum nutzt es dir?

Green Marketing ist deutlich mehr als eine Art oder ein Instrument des Marketings. Hier sollte es niemals nur darum gehen, den Kunden Nachhaltigkeit vorzuspielen, um Umsätze zu generieren. Green Marketing beschreibt mehr die ganzheitliche strategische Ausrichtung eines Unternehmens hin zur umweltfreundlichen, nachhaltigen Arbeit, auch mit dem Ziel, diese zu kommunizieren und dadurch einen Vorteil auf dem Markt zu erlangen. Doch warum ist Green Marketing so sinnvoll?

Neben den ethischen Gründen, die selbstverständlich für Green Marketing sprechen, wie beispielsweise die Reduktion des CO2-Ausstoßes, die Reduktion von Müll und Kunststoffen sowie der nachhaltigen Arbeit mit Mensch und Umwelt, bringt die Ausrichtung deines Unternehmens in Richtung Umweltfreundlichkeit weitere Vorteile mit sich. Zwar wären diese Punkte wahrscheinlich schon genug Grund, einen Schritt in die richtige Richtung zu gehen, allerdings kommt hier einiges an Aufwand auf dich zu und sind wir mal ehrlich, dann wäre es ja auch schön, wenn Du und dein Unternehmen auch etwas davon haben!

Und genau da sind wir auch schon beim schönsten Effekt des Green Marketings. Während Du nämlich gutes für unsere Umwelt tust, kannst Du dich nebenbei auch noch über weitere positive Effekte für dein Unternehmen freuen.

Du sprichst neue Zielgruppen an.

Mit deiner neuen Ausrichtung in eine grünere Zukunft entwickelst Du vielleicht das ein oder andere Produkt speziell für die besonders umweltbewusste Zielgruppe. Der Begriff LOHAS (Lifestyles of Health and Sustainability, zu deutsch: Lebensstil der Gesundheit und Nachhaltigkeit) beschreibt genau diese Zielgruppe. Hierbei geht es um einen wachsenden Teil der Bevölkerung, welcher viel Wert auf die eigene Gesundheit sowie das nachhaltige Zusammenleben mit der Natur legt. Diese Zielgruppe trifft Kaufentscheidungen häufig anhand der Nachhaltigkeit von Produkten.

Zum Beispiel sieht man bei der jüngeren Zielgruppe im Badezimmer immer öfter den klassischen Seifenblock, statt der modernen Flüssig-Seife im praktischen Spender. Auch wird Shampoo sowie Duschgel langsam aber sicher wieder vom alten Seifenblock verdrängt. Plastik-Strohhalme müssen Alternativen aus Glas oder Bambus weichen und die klassische Glühbirne wird durch Energiesparlampen ersetzt. Der Grund dafür ist relativ einfach: Weniger (Mikro-)Plastik, weniger Verpackung und ein sparsamer Umgang mit Ressourcen. Nutze diesen Trend und gewinne dadurch eine neue Zielgruppe!

Umsatzsteigerung

Wusstest Du eigentlich, dass Kunden bereit sind, für ein gleichwertiges Produkt mehr zu bezahlen, wenn dieses Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit verspricht? Tatsächlich würde laut einer Studie der The Nielsen Company (US), LLC.  jeder Zweite mehr Geld für ein Produkt ausgeben, wenn das Unternehmen nachhaltig und umweltfreundlich arbeiten würde. Das bringt für dich und dein Unternehmen neue Chancen. Entwickle Produkte oder Dienstleistungen mit nachhaltigem Charakter, dadurch kannst Du die neue Zielgruppe nutzen um Umsatzsteigerungen zu erreichen. Green Marketing gibt dir also die Chance, etwas für den Planeten und deinen Geldbeutel zu tun!

Kundenbindung

Kunden, welche deine Produkte oder Dienstleistungen bereits nutzen, freuen sich darüber, wenn dein Unternehmen nachhaltig handelt. Dadurch erreichst Du eine erhöhte Kundenbindung, welche dafür sorgt, dass diese auch in Zukunft bei dir einkaufen! Stell dir doch mal vor, jemand erzählt dir, dass deine Lieblings-Bäckerei nur noch Bio-Zutaten verwendet und den gesamten Energieaufwand mit Öko-Strom deckt! Dann wärst Du ja wohl als Kunde auch ein wenig stolz darauf, hier einzukaufen und würdest das mit Sicherheit auch weiter tun! Selbst wenn das bedeutet, dass die Brötchen ein paar Cent teurer werden. Genau diesen Effekt erreichst Du mit Green Marketing: Kunden werden an dein Unternehmen gebunden, da ihr gleiche Werte teilt und mit diesen Kunden kannst Du langfristig rechnen!

Image

Der letzte positive Effekt, den Du mit Green Marketing erreichen kannst, ist eine gesamte Verbesserung des Erscheinungsbildes deiner Firma nach Außen. Ähnlich wie die Kundenbindung verbessert sich auch die Beziehung zu anderen Parteien, welche nicht unbedingt Kunden deines Unternehmens sind. Beispiele hierfür sind andere Unternehmen, welche gleiche Ziele teilen, das kann zu Partnerschaften und gemeinsamen Projekten führen und beide Unternehmen nach vorne bringen. Du brauchst für zukünftige Projekte die Unterstützung deiner Stadt oder deiner Gemeinde? Vielleicht werden nachhaltige Unternehmen hier besonders unterstützt oder erhalten sogar Förderungen für Bauprojekte oder ähnliches. Nicht zu vergessen, dass sich dieses Image auch auf deine Position am Arbeitsmarkt auswirken kann! Heutzutage arbeiten Menschen immer öfter bei Unternehmen, weil diese ihre Position im Bezug auf Umwelt und Nachhaltigkeit teilen. Deine Angestellten sind bestimmt mindestens genau so stolz bei einem nachhaltigen Unternehmen zu arbeiten wie Du! Du brauchst noch ein paar Tipps zum Thema Personalmarketing? Dann schau dir meinen großen Guide zum Thema Personalmarketing an! Hier findest Du viele Tipps und Tricks, um deine Stellen zu besetzen!

Infografik: Die Deutschen wollen nachhaltig leben | Statista Die deutschen wollen nachhaltig leben | Mehr Infografiken findest Du bei Statista

Bitte kein Greenwashing!

Greenwashing beschreibt das Vorgehen eines Unternehmens, sich möglichst ökologisch und nachhaltig darzustellen, ohne tatsächlich etwas in diese Richtung zu unternehmen. Hierbei versprechen sich die Unternehmen die oben genannten Vorteile, um sich selbst einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Anstatt allerdings wirklich die Grundsätze des Unternehmens und der Produktpolitik anzupassen, wird versucht, dem Kunden Nachhaltigkeit vorzuspielen.

Dies geschieht meistens über visuelle Reize wie zum Beispiel eine grüne Verpackung, Darstellungen von Bäumen und Pflanzen oder nichtssagenden verwirrenden Aussagen wie „aus natürlichen Rohstoffen“. Selbst-erfundene Öko-Labels, welche praktisch keine Aussagekraft besitzen, gehören selbstverständlich auch zur Tagesordnung.

Ein weiteres Beispiel sind Werbekampagnen wie Werbefilme, welche einen grünen Anschein haben, allerdings Unternehmen und dazugehörige Produkte nicht wahrheitsgetreu darstellen. Bekannte Beispiele hierfür sind Filme wie „Der Energieriese“, welchen Greenpeace in diesem Video etwas anders untertitelt oder dieser Werbespot von FIJI Water, welcher ebenfalls zunehmend in Kritik geraten ist.

Diese Kritik kann dem Image eines Unternehmens sehr schaden. Deshalb gilt es, jede Art von Greenwashing strengstens zu vermeiden. Verbraucher sind im Jahr 2019 sehr aufgeklärt und reagieren geradezu allergisch auf vorgespielte Nachhaltigkeit! Dank des Internets verbreiten sich negative Nachrichten schneller denn je, deshalb empfehle ich dir, niemals etwas auf die Verpackung, die Internetseite oder irgendwo sonst zu schreiben, das nicht zu 100 % richtig ist.

Das Wichtigste beim Bewerben deiner nachhaltigen Strategie ist also, zuerst umweltfreundlich zu handeln und im Anschluss daran darüber zu reden, sonst kann deine Strategie auch nach hinten los gehen!

Dein Produkt muss trotzdem gut sein!

Wie bereits besprochen, bezahlen Kunden für nachhaltige Produkte einen höheren Preis, allerdings sollte dein Produkt auch außerhalb der ökologischen Diskussion mit der Konkurrenz mithalten können. Das heißt, dass Green Marketing nie alleine und als Verkaufsargument Nummer eins genutzt werden sollte. Zuerst sollten die ganz klassischen produktspezifischen Vorteile erläutert werden. Andernfalls bekommen Kunden vielleicht den Eindruck, dass neben dem hören Preis auch noch Kompromisse bei der Qualität des Produkts oder der Dienstleistung gemacht werden müssen.

Ich würde zum Beispiel niemals einem Kunden eine Website verkaufen und damit beginnen, dass das Webhosting klimapositiv ist. Das kann als Sahnehäubchen am Ende eines guten Verkaufsgesprächs genutzt werden, um den Kunden schlussendlich zu gewinnen, aber niemals reicht dieses Argument allein, um Kunden zu gewinnen. Denke deshalb immer daran, zwar die grünen Aspekte deiner Produkte zu bewerben, aber vernachlässige die weiteren Vorteile niemals. Niemand würde nachhaltige Seife kaufen und dafür auch noch mehr bezahlen, wenn diese furchtbar riechen würde! Hier ist der Kompromiss, welchen Kunden eingehen müssen, einfach zu groß.

Green Marketing im eigenen Unternehmen umsetzen

Du möchtest also nun Green Marketing in deinem Unternehmen nutzen und die ersten Schritte in Richtung Nachhaltigkeit gehen?

Super! Dann möchte ich dir ein Paar Tipps und Ratschläge geben, wie Du Green Marketing bei dir im Unternehmen einsetzten kannst. Wie bereits gesagt, hierbei geht es nicht darum, möglichst grün auszusehen und nichts dafür zu tun. Green Marketing ist eine bewusste, langfristige Entscheidung für die Nachhaltigkeit deines Unternehmens.

Deshalb ist es wichtig, das Du die Geschäftsführung deines Unternehmens (…falls Du es nicht selbst bist…) auf deiner Seite hast. Hier müssen teilweise weitreichende Entscheidungen in den verschiedensten Unternehmensbereichen getroffen werden, welche auch finanzielle Hürden mit sich bringen. Ein Management, welches hier auf deiner Seite ist, kann dir dabei helfen, deine „grünen“ Ziele langfristig zu erreichen, ohne zu viel Gegenwind zu erhalten. Besonders, wenn es um steigende Kosten geht, werden langfristige strategische Entscheidungen schnell zerschlagen, auch wenn es sich in der Zukunft finanziell lohnen würde.

Wie Du nun Green Marketing in den einzelnen Bereichen deines Unternehmens nutzen kannst, welche Möglichkeiten es gibt und auf was Du achten musst, erfährst du in den folgenden Abschnitten!

Green Marketing und dein Produkt

Wenn es um deine Produkte oder Dienstleistungen geht, hast du verschiedene Möglichkeiten, diese nachhaltig zu gestalten, sodass du diese später mit passenden Green-Marketing-Maßnahmen bewerben kannst.

Du kannst zum Beispiel eigene Produkte neu entwickeln, um diese nachhaltig oder ökologisch zu gestalten. Du bist zum Beispiel Brillenhersteller? Dann setze auf nachhaltige Rohstoffe und faire Produktionsbedingungen. Du stellst Elektroartikel her? Dann überlege dir, wie Du diese Produkte noch energiesparender gestalten kannst.

Versuche also nun, Produkte zu entwickeln, welche mit nachhaltigen Ressourcen hergestellt werden, welche im Betrieb Energie sparen oder besonders lange genutzt werden können, um Müll zu vermeiden. Ein Beispiel hierfür sind zum Beispiel Strohhalme aus Glas, einmal gekauft halten diese ewig und sparen somit einiges an Müll. Wir alle kennen solche Produkte: stromsparende Kühlschränke, Waschmaschinen, Energiesparlampen. Wie kann sich also das Produkt deines Unternehmens nachhaltig entwickeln?

Auch kannst Du versuchen, im Produktionsprozess oder dem Alltag deines Unternehmens Ressourcen zu sparen oder nachhaltige Ressourcen zu beziehen. Wie können deine Produktionslinien noch effizienter und ressourcensparender arbeiten? Wird irgendwo unnötig Energie verschwendet? Kann auf Ökostrom oder andere nachhaltige Ressourcen zurückgegriffen werden? Kann auf verschiedene Schadstoffe verzichtet werden?

Selbst die einfachste Büro-Einrichtung kann nachhaltig sein, wenn recyceltes Papier genutzt wird oder Papier sogar ganz gespart wird. Auch bei Firmenwagen können ressourcensparende Modelle genutzt werden. Mit dem richtigen Aufdruck kann das direkt beim Kunden Wirkung zeigen! Stell dir mal vor, dein Heizungsmonteur kommt mit einem grünen Firmenwagen und der Aufschrift „Wir fahren mit Elektromobilität“ daher. Manchmal reichen solche Kleinigkeiten, um bei Kunden einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Das Selbe kannst Du auch mit deiner Website machen! Sieh dich nach einem klimapositiven Hosting deiner Website um! So sorgst Du dafür, dass deine Website und die dazugehörige Serverstruktur keine Emissionen erzeugt. Ich nutze für meine Website zum Beispiel den Anbieter Raidboxes, welcher kostengünstiges und klimapositives Webhosting anbietet!

Green Marketing in der Logistik

Deine Logistik kannst Du zu einem großen Teil grüner machen, wenn Du einige Punkte berücksichtigst! Wie Du dir wahrscheinlich bereits gedacht hast, fängt es bereits mit der Verpackung deiner Produkte an. Trends wie „Unverpackt-Läden“, in denen Lebensmittel oder Haushaltsgegenstände ohne Verpackung gekauft werden können, um ressourcensparend und mit weniger Müll zurecht zu kommen, sind dabei nur der Anfang! Aber wie kannst auch Du dein Produkt möglichst grün an den Mann oder die Frau bringen?

Für die Verpackung gibt es verschiedene Strategien, welche Du verfolgen kannst. Zum einen solltest Du prüfen ob dein Produkt vielleicht ganz ohne Verpackung auskommt, so könntest Du zum Beispiel als Finanzbuchhalter den gesamten Kundenkontakt digitalisieren und gänzlich auf Papier, Briefumschläge und Co. verzichten. Du kannst also dein Produkt oder deine Dienstleistung ganz ohne Papier oder Verpackung anbieten.

Der nächste Ansatz wäre das Reduzieren von Verpackungsmaterialien. Kann die Produktverpackung so gestaltet werden, dass diese mit möglichst wenig Material auskommt? Kann auf Füllmaterialien verzichtet werden, wenn die Verpackung verkleinert wird? Das sind alles Fragen, welche vielleicht mit einem neuen Verpackungsdesign beantwortet werden können.

Auch können umweltfreundlichere Materialien verwendet werden. Zum Beispiel kann statt Kunststoff eine Verpackung aus Papier oder Karton genutzt werden, um die Umwelt zu schonen. Wenn sich die Kunststoffverpackung dann doch nicht umgehen lässt, kannst du auf Materialien wie rPET zurückgreifen, einen Kunststoff, welcher aus recycelten Verpackungsmaterialien besteht. Dieser wurde gründlich gereinigt und kann auch im Lebensmittelsektor verwendet werden.

Wenn Du diese Schritte prüfst und damit deine Verpackung umweltfreundlicher gestaltest, hat das auch noch einen schönen Nebeneffekt: deine Kunden werden den Unterschied merken und mit der richtigen Kommunikation kannst Du das mit großer Wirkung an deine Kunden weiterleiten. Nutze zum Beispiel nicht nur rPET, sondern kommuniziere das auch in Form eines Newsletters oder als Druck auf der Verpackung an deine Kunden.

Neben der Verpackung hast Du noch weitere Stellschrauben, die Du klimapositiv verstellen kannst. Zum einen kannst Du, sofern es wirtschaftlich möglich ist, mit Zulieferern aus deiner Region arbeiten, das senkt die Emissionen deiner Lieferkette und macht dein eigenes Produkt dadurch grüner. Gleiches gilt für den Verkauf deiner Produkte. Mache damit Werbung, dass Kunden mit deinem Produkt ein lokales Produkt kaufen können und nicht darauf angewiesen sind, das Produkt irgendwo anders zu bestellen.

Zum Schluss gibt es noch einen sehr praktischen Tipp: Logistikunternehmen bieten in der Zwischenzeit einen klimaneutralen Versand an. Hier werden durch Ausgleichsprojekte, wie das Pflanzen von Bäumen, die Emissionen ausgeglichen, welche beim Versand der Pakete entstehen. Die Deutsche Post DHL Group hat so den DHL GoGreen Versand ins Leben gerufen. Mit dem Ziel, alle Emissionen des Konzerns bis 2050 auf Null zu reduzieren und die Zustellung nur noch mit der Hilfe von Fahrrädern und Elektomobilität zu leisten.

Mit dem Versenden deiner Pakete mit Diensten wie DHL GoGreen kannst du also deinen Versand zum Kunden klimaneutral gestalten. Und das Beste ist, das hierbei deutschlandweit keine Zusatzkosten anfallen. Also auf was wartest Du noch? Mache deine Logistik noch heute ein kleines Stückchen grüner!

Green Marketing in der Kommunikation

Zu guter Letzt kommt der wohl interessanteste Punkt für dich und dein Green Marketing: die Kommunikation. Hier möchtest Du verständlicherweise auch die Früchte deiner ganzen Arbeit ernten. Du hast dir große Mühe gemacht, viele Teile deines Unternehmens umweltfreundlicher zu gestalten und möchtest, dass alle potenziellen Kunden davon wissen.

Zuerst aber die wichtigste Regel: sei dir bewusst, welche deiner Prozesse wirklich grün ablaufen und welche es wert sind, kommuniziert zu werden. Mache nicht den Fehler und sprich über Schritte oder Pläne, die noch garnicht erfüllt sind. Hier kann es unter Umständen dazu kommen, dass Du des Greenwashings beschuldigt wirst. Das würde nicht nur dein gesamtes Image schädigen, sondern auch ein schlechtes Licht auf deine wirklich guten Leistungen in diesem Bereich werfen.

Wenn Du dir darüber im Klaren bist, welche Aspekte Du gezielt hervorheben möchtest, dann mach dir genaue Gedanken, an welche Zielgruppe Du diese Information kommunizieren möchtest. Hast du zum Beispiel dein Verpackungsdesign nachhaltig auf Karton umgestellt und möchtest das an deine Endkunden kommunizieren, dann drucke diese Information gut sichtbar auf die Verpackung deines Produktes. Plant dein Unternehmen bis 2025, klimaneutral zu arbeiten und du möchtest damit neue Mitarbeiter gewinnen, dann kommuniziere das im Karrierebereich deiner Website, in Stellenanzeigen und auf Rollup-Displays für Berufsmessen. Stelle immer sicher, dass die gewünschte Nachricht den gewünschten Empfänger erreicht.

Gerade im Personalmarketing kann eine nachhaltige Ausrichtung des Unternehmens sehr ansprechend auf LOHAS (Lifestyles of Health and Sustainability) und andere nachhaltig-denkende Zielgruppen wirken. Denke also auf jeden Fall daran, diesen Effekt in deinem Personalmarketing zu nutzen!

Auch kannst Du in der Kommunikation diverse Siegel und Label nutzen, um deine Leistungen von unabhängigen Instituten bestätigen zu lassen. Achte hier allerdings darauf, das viele Endkunden diese Siegel nicht zu deuten wissen und deshalb nichts damit anfangen können. Beschränke dich also, wenn möglich, auf die bekannteren Siegel wie Bio, Bioland, Fairtrade, Rainforest Alliance, Der Blaue Engel und Forest Stewardship Council (FSC). Selbstverständlich sollten auch nur Siegel genutzt werden, für die auch ein gültiges Zertifikat vorliegt, sonst können neben Image-Schäden auch rechtliche Konsequenzen folgen.

Eine sehr gute Möglichkeit, Green Marketing in reiner Form in der Kommunikation zu nutzen, ohne die eigene Wertschöpfungskette auf den Kopf zu stellen, sind Partnerschaften mit sogenannten NGO’s, also „Non-profit organizations“ wie zum Beispiel Greenpeace, NABU oder WWF. Natürlich können manche kleineren Unternehmen keine Partnerschaft mit den großen Organisationen eingehen. Das muss auch nicht immer sein. Stattdessen solltest Du in deiner Region nach passenden Partnern suchen. Vielleicht gibt es einen Umweltschutzverein, welcher Gelder oder andere Mittel für Projekte benötigt. Genau hier könnte dein Unternehmen mit großer Wirkung unterstützen. Das lohnt sich sicherlich auch, um die regionale Bekanntheit deines Unternehmens effektiv zu verbessern.

Gerne gesehen sind auch eigene Projekte, die Du zum Beispiel gemeinsam mit einem solchen Verein umsetzten kannst. Ein klassisches Beispiel hierfür: „Für jedes verkaufte Produkt pflanzen wir einen Baum und sorgen so für ein besseres Klima.“ Dem Naturschutzverein wird ein Baum gesponsert und dieser sorgt dann dafür, dass der Baum gepflanzt wird.

Sei gerne kreativ und überlege dir eigene Projekte in dieser Richtung. Vielleicht findest Du ja auch passende Partner dafür, das sorgt neben neuen Geschäftsbeziehungen auch sicherlich für eine bessere Kommunikation über weitere Kanäle.

Green Marketing hat seinen Preis

Bei nachhaltigen Produkten fallen nicht nur in der Produktion, Verpackung und Logistik häufig höhere Kosten an, auch der Endkunde bezahlt in der Regel einen höheren Preis und das muss er erst einmal lernen. Deine Aufgabe ist es, ihm das so schonend wie möglich beizubringen. Auch wenn wir bereits wissen, dass viele Kunden bereit sind, für nachhaltige Produkte einen höheren Preis zu bezahlen, kann man seinen Kunden die Entscheidung auch leichter machen.

Bei den klassischen energiesparenden Produkten ist es besonders einfach, zwar fällt für den Kunden ein höherer Einkaufspreis an, allerdings kann hier im Nachhinein an anderer Stelle gespart werden: „Eine bessere Isolierung oder eine neue Haustüre spart Ihnen Unmengen an Heizkosten“ – besonders gut im oder kurz nach dem Winter, wo die letzte Heizkostenabrechnung noch gut in Erinnerung ist. „Diese Waschmaschine kann dank Eco-Modus viel Wasser und Strom sparen.“, „Diese Energiesparlampe spart Strom und hat eine deutlich höhere Lebensdauer.“

Nutze diese Argumente bewusst in der Beschreibung deiner Produkte oder Dienstleistungen, auch im Verkaufsgespräch kannst Du diese Argumente mit großer Effektivität einsetzen, um die größte Wirkung aus deinem Green Marketing zu entfalten!

Fazit: Green Marketing

Green Marketing kann durch sehr viele verschiedene Maßnahmen eingesetzt werden und dafür sorgen, dass Du neue Zielgruppen erschließen kannst, bestehende Kunden besser an dich bindest und ein effektiveres Personalmarketing betreiben kannst.

Hierbei solltest Du unbedingt darauf achten, kein Greenwashing zu betreiben, eine Art der Kommunikation, bei der versucht wird, ein Unternehmen möglichst ökologisch darzustellen, obwohl hier keine entsprechenden Maßnahmen getroffen wurden. Das kann zu extremen, existenzbedrohenden Schäden an Image und Unternehmen führen und sollte deshalb absolut vermieden werden.

Achte darauf, dass dein Produkt zu jeder Zeit mit Konkurrenzprodukten mithalten kann. Kunden geben zwar in der Regel für nachhaltige Produkte mehr Geld aus, sind aber meistens nicht bereit, ein schlechteres Produkt zu kaufen, nur weil dieses nachhaltiger ist.

Hole dir deshalb die Unterstützung in dein Unternehmen, die Du brauchst, um möglichst viele Teile deiner Wertschöpfungskette nachhaltig zu gestalten und beginne dann Schritt für Schritt, nach Optimierungsmöglichkeiten zu suchen. Setzte diese Schritte in Logistik, Produktion, Personalwesen und Infrastruktur deines Unternehmens um und beginne erst anschließend mit der Kommunikation.

Während der Kommunikation solltest Du dir immer bewusst sein, welche Botschaft Du an welche Zielgruppe senden möchtest, bevor Du dir dann geeignete Schritte überlegst.

So kannst Du garantieren, dein Green Marketing mit bestem Wissen und Gewissen umzusetzen und brauchst dir keine Sorgen um einen Greenwashing-Skandal zu machen!

Und jetzt viel Spaß beim Umsetzen dieser Schritte!

Welchen deiner Geschäftsbereiche hast Du bereits nachhaltig gestaltet? –  Hinterlasse mir doch einen Kommentar!

Jan Kreher JK Marketing

Hi ich bin Jan!

Ich zeige Dir, wie Du dein eigenes Marketing an den Start bringen kannst. Ob Personalmarketing, Produktmarketing, Branding oder einzelne Themen wie Green Marketing: ich versuche dir diese Themen so zu erklären, dass Du diese einfach selbst in deinem Unternehmen umsetzen kannst!