Personalmarketing selbst gemacht! | Mein Guide für Unternehmen 2019

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Hilfe! Fachkräftemangel! Vakanzen! Keine Bewerber! – So oder so ähnlich klingt es in beinahe allen kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Es scheint fast so, als gäbe es da draußen einfach niemanden mehr, der Arbeit sucht. Aber ist das so? Naja, nicht ganz, aber tatsächlich ist es schwieriger geworden, geeignetes Personal zu finden. Am härtesten trifft es hierbei mal wieder die kleinen und mittelständischen Unternehmen, welche im Schatten der großen Konzerne nur schwer an hochqualifiziertes Personal kommen.

Aber keine Panik! Auch Du kannst etwas dafür tun, um mehr Bewerbungen zu erhalten. Teilweise einfache Tipps zum schnellen Umsetzen und teilweise größere Aktionen, um wirklich langfristig Aufmerksamkeit zu erzeugen.

In diesem Blogbeitrag lernst Du, was Personalmarketing eigentlich ist, welche Möglichkeiten Du beim Personalmarketing hast und wie Du diese am besten für dich und dein Unternehmen umsetzen kannst.

Was ist Personalmarketing?

Personalmarketing beschreibt die Ausübung von aufmerksamkeitserzeugenden Maßnahmen mit dem Ziel, Vakanzen in einem Unternehmen zu besetzen. In einfachen Worten bedeutet Personalmarketing also Marketing oder Werbung für ein Unternehmen zu machen, um freie Stellen zu besetzen. Außerdem kann Personalmarketing auch langfristig genutzt werden, um zukünftige freie Stellen leichter zu besetzen, Mitarbeiter, welche bereits angestellt wurden, an das Unternehmen zu binden oder die gesamte Außendarstellung des Unternehmens zu verbessern.

Warum brauchst Du Personalmarketing?

Als kleines oder mittelständisches Unternehmen hat man viele Probleme, an die die Global Player des Landes gar nicht denken. 400 Bewerbungen auf eine Stelle – so klingen die Luxusprobleme von Porsche, Daimler und Co. Geschuldet sind diese Probleme der Bekanntheit populärer Marken. Nun muss dir bewusst sein, dass Du dich in einer deutlich besseren Position als diese großen Unternehmen befinden. Es ist nämlich deutlich einfacher, aus einigen wenigen qualifizierten Bewerbungen einen geeigneten Bewerber zu finden, als aus 400 Bewerbern einen passenden Kandidaten zu ermitteln.

Zudem kannst Du dir den Luxus leisten, auf mehr als nur die „Hard-Skills“ (…Angaben zu Werdegang und fachlichen Kompetenzen…) zu achten. Du kannst bei weniger Bewerbern neben den Hard-Skills auch einen Blick auf die persönliche Eignung der Bewerber werfen. Das gibt dir die Möglichkeit, Mitarbeiter zu finden, die nicht nur auf die vakante Stelle passen, sondern langfristig zu deinem Unternehmen.

Nun stellt sich allerdings die Frage, wie Du es schaffst, diese qualifizierten Bewerber auf dich aufmerksam zu machen. Offensichtlich leben wir nicht in einer Zeit, in der die Fachkräfte auf dem Parkplatz deines Unternehmens darauf warten, von dir hereingebeten zu werden. Die Realität sieht anders aus. Es fällt deinem Unternehmen schwer, Personal zu finden, mit dem Du gemeinsam die Zukunft gestalten kannst? Es fällt dir schwer, Personen auf dein Unternehmen aufmerksam zu machen? Und es fällt dir besonders schwer, zu ermitteln, woran es liegt, dass dein Unternehmen mit diesen Problemen kämpfen muss?

Die Antwort für diese Probleme lautet Personalmarketing! Für viele Unternehmen ist es völlig normal, große Teile des Budgets für Produktmarketing aufzuwenden, um so den Umsatz zu steigern und das eigene Produkt oder Dienstleistungen zu vermarkten. Im Gegensatz dazu ist es unüblich, auch nur geringe Teile des Budgets für die Besetzung von Vakanzen und Personalmarketing aufzuwenden. Der Grund dafür? Bis jetzt hat es auch immer ohne funktioniert. Leider sind diese Zeiten langsam vorüber. Selbst die großen Unternehmen und Konzerne, welche eigentlich mit Bewerbungen zugeschüttet werden, beginnen Personalmarketing zu betreiben, um eine gleichbleibende Bewerberqualität zu gewährleisten. Für Kleinunternehmen und Mittelstand sollte spätestens diese Tatsache die Augen öffnen! Ohne Personalmarketing wirst Du langfristig nur schwer Personal gewinnen und auf weiteren Wachstum verzichten müssen!

Eine gute Grundlage schaffen

Verschaffe dir zunächst einmal einen Überblick, wie es bei dir personaltechnisch gerade läuft. Sind bereits viele Stellen vakant und können auch innerhalb größerer Zeitfenster nicht besetzt werden? Wie ist die Einstellung der Geschäftsführung oder der Personalabteilung gegenüber Personalmarketing? Muss hier zunächst noch Überzeugungsarbeit geleistet werden, damit Zeit und Geld in Richtung Recruiting genutzt werden kann?

Vielleicht ist auch die Geschäftsführung der Meinung, dass bis jetzt ja immer alle Stellen besetzt wurden und das auch so bleiben wird. Nutze hier Zahlen, Fakten und den Hinweis, dass es für Personalmarketing oft schon zu spät ist, wenn in Sachen Bewerbungen gar nichts mehr läuft. Erwähne auch unbedingt, dass Wachstum und Umsatz gerne mal stagnieren, wenn Stellen nicht besetzt werden. Das hilft dem ein oder anderen Chef gerne mal auf die Sprünge.

Vielleicht hast Du ja schon einmal von dem Begriff „Hidden Champion“ gehört? Hierbei handelt es sich um eher größere mittelständische Unternehmen, welche in einer Branche den Weltmarktführer darstellen. Das mag produkt- und vertriebsseitig sehr ansprechend und erstrebenswert erscheinen, allerdings gilt es dies auf der Personalseite tunlichst zu vermeiden. Das Schlimmste, was deinem Unternehmen passieren kann, ist „hidden“, also versteckt zu bleiben. Denn Unternehmen, die sich verstecken, bekommen wenig Bewerbungen.

Was nun also tun, um das zu vermeiden und sichtbar zu werden? Du musst Grundlagen schaffen, denn ohne Grundlagen werden alle weiteren Bemühungen ins Leere laufen und nur semi-erfolgreich sein. Jetzt kann ich dich direkt beruhigen, denn im Jahr 2019 erwarten Bewerber nicht mehr, das man überall dabei ist. Im Prinzip muss man nur noch an genau einer Stelle richtig vertreten sein. Verschläft man das allerdings, sieht’s schon ziemlich schlecht aus. Hat man hier aber ganze Arbeit geleistet, läuft alles Weitere schon deutlich effizienter und einfacher ab. Du hast wahrscheinlich schon verstanden, wovon ich spreche?

Ich spreche vom Internet, also deiner eigenen Website!

Sind wir mal ehrlich:

  1. Erzählt jemand etwas von seiner Firma: Handy zücken und googeln.
  2. Wir sehen eine interessante Stellenausschreibung: Handy zücken und googeln.
  3. Plakat oder Schild eines Unternehmens: Handy zücken und googeln.

Im Prinzip landen also alle Interessenten zunächst mal auf einer Website. Gibt es diese nicht, sieht die Website unprofessionell aus oder ist sie auf einem Handy nicht zu bedienen, hast Du schneller einen Interessenten verloren, als Du „Bewerbung“ sagen kannst. Genau deshalb ist es deine erste Aufgabe, dich darum zu kümmern, dass eine entsprechende Website online verfügbar ist. Dein Unternehmen hat bereits eine Website? Super! Du darfst natürlich trotzdem gerne weiterlesen, es gibt nämlich ein zwei Dinge zu beachten, um hier kein Potenzial zu verschwenden.

Eigene Website erstellen Blog Banner JK Marketing

Für den Fall, dass dein Unternehmen noch keine Website hat: keine Panik! Das muss weder teuer noch kompliziert oder sehr aufwendig werden. Schau die hierzu einfach meinen Artikel zum Thema eigene Website erstellen an. Dort erfährst Du, wie Du auf unterschiedlichsten Wegen zu deiner eigenen Website kommst. Für kleines Geld, wenig Zeit oder eine Kombination dieser Faktoren!

Bei der Erstellung gibt es aus Personalmarketing-Sicht einige Dinge zu beachten. Oft höre ich Sätze wie: „Wir haben doch eine Website – Bewerbungen bekommen wir trotzdem nicht…“. Nimmt man die Webseiten dann genauer unter die Lupe, fallen direkt einige Punkte auf: die Website ist nicht für mobile Geräte optimiert, sehr veraltet oder – der Klassiker – man findet auch nach einer Stunde Suchen keinen Hinweis darüber, dass das Unternehmen Stellen ausgeschrieben hat oder auch nur annähernd Interesse an Bewerbungen hat. Das ist grob fahrlässig und sorgt gerne dafür, das Interesse im Sand verläuft.

So kann man schnell auch einiges an Geld verbrennen. Man gibt für Kampagnen und Stellenausschreibungen viel Geld aus und holt Bewerber nicht einmal mit einer ansprechenden Website ab. Deshalb hier eine kleine Checkliste, damit Du nichts vergisst:

  1. Hast Du eine Website?
  2. Hat deine Website eine Karriereseite?
  3. Hast Du alle Leistungen und Vorteile für Bewerber erwähnt?
  4. Schreibst Du relevante Stellen dort aus?
  5. Schreiben Sie wichtige Stellen durchgehen aus?
  6. Forderst Du auf, Initiativbewerbungen zu senden?
  7. Erläuterst Du die gewünschte Art der Bewerbung?
  8. Sind die Bilder authentisch? – siehe Artikel: Eigene Webiste erstellen
  9. Nutzt Du Videoformate, um deine Firma vorzustellen?
  10. Zeigst Du Gesicht und bleibst authentisch?
  11. Sind alle Inhalte aktuell und gepflegt?

Personalmarketing vor der Haustür

Als Personalmarketing vor der Haustür beschreibe ich alle Tätigkeiten, welche einen lokalen Bezug zu deinem Unternehmen herstellen. Jeder kennt doch die großen Unternehmen, welche irgendwie zu einer Stadt oder einem bestimmten Ort gehören: Mercedes Benz – Stuttgart, BASF – Ludwigshafen oder Adidas – Herzogenaurach. Personen, welche nun auf Jobsuche sind und im Einzugsgebiet dieser Unternehmen wohnen, werden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit genau dort bewerben. Einfach, weil man diese Unternehmen kennt und die Marke auch weit über das Einzugsgebiet hinaus bekannt ist.

Nun erwarte ich natürlich nicht von dir, dass Du eine derartige Marke aufbaust. Das ist auch nicht nötig. Vermutlich ist dein Personalbedarf auch deutlich geringer als der dieser Unternehmen. Das ist dein entscheidender Vorteil: es sollte reichen, dein Unternehmen in einem kleineren Umkreis bekannt zu machen. Werde zum Porsche deines Ortes, ist das gelungen, dann erweitere um die Nachbarorte und sorge dafür, das wenigstens 80% aller Bewohner mal irgendwie von deinem Unternehmen gehört haben. Hierzu eine kleine Anekdote:

Ich bin in einem kleinen Dorf mit ca. 1000 Einwohnern aufgewachsen und sowohl mein Vater als auch mein Onkel waren mit ihren Unternehmen an diesem Ort angesiedelt. Mein Vater im Ortskern und mein Onkel am Ortseingang, beide direkt an der Hauptstraße. Nun war die Situation folgende: als mein Onkel ein neues Firmengebäude baute, nutzte er die Chance und brachte an der Seite, die zur Hauptstraße zeigte, ein großes Schild mit dem Firmennamen „Kreher Lufttechnik“ an. Mein Vater hingegen legte nicht sonderlich viel Wert auf solche Schilder: „Man muss ja nicht so in der Öffentlichkeit stehen“.

Die Wirkung des Schildes war enorm. Immer, wenn jemand aus der Umgebung erfuhr, wie mein Nachnahme war, wurde ich gefragt, ob ich etwas mit der Kreher Lufttechnik zu tun hätte. Nicht ein einziges Mal in 20 Jahren jedoch kam es vor, dass mich jemand nach dem Unternehmen meines Vaters gefragt hatte. Einfach aus der Tatsache heraus, dass mein Vater kein Firmenschild montiert hatte. Niemand kannte sein Unternehmen. Abgesehen davon kam es unzählige Male vor, dass Waren, die mein Vater bestellte, zu meinem Onkel geliefert wurden, da die LKW-Fahrer, nachdem sie das Schild sahen, direkt abbogen.

Deshalb hier der Hinweis: vernachlässige niemals dein Personalmarketing vor der Haustür! Vielleicht wohnt der nächste Mitarbeiter zwei Straßen weiter, aber hat noch nie von deinem Unternehmen gehört? Schauen wir uns doch einmal an, wie Du das ändern kannst!

Personalmarketing vor der Haustür | Die Basics

Im Prinzip geht es beim Personalmarketing vor der Haustür darum, dass jeder in deiner Region deinen Namen wahrnimmt und zwar, ob er will oder nicht! Hierzu gibt es einige Dinge, die Du relativ schnell umsetzen kannst.

Du solltest auf jeden Fall ein Firmenschild vor der Türe haben. Das sollte groß sein, am besten auch nachts beleuchtet und zur meist frequentierten Seite / Straße ausgerichtet sein. Warum Du ein Schild brauchst, hast Du ja bereits gelernt. Gerne wird hier der Nutzen maßlos unterschätzt.

Tipp: Setze noch einen drauf und mach unter oder neben deinem Schild darauf aufmerksam, dass Kollegen gesucht werden!

Verteile Kleidung mit deinem Logo und Firmennamen an alle Angestellten. Das sorgt im internen Personalmarketing für eine größere Bindung der Angestellten an dein Unternehmen und sorgt dafür, dass diese sich mit deinem Unternehmen identifizieren. Im externen Personalmarketing ist der Effekt noch größer! Ausgefallene und besonders ansprechende Designs sorgen für einen Wiedererkennungsfaktor, praktisch wie viele herumlaufende Firmenschilder. Auf dem Weg zur Arbeit sitzen die jetzigen Angestellten im Bus und in der Bahn und verbreiten dort deine Markenbotschaft besonders effektiv. Du möchtest einen drauf setzen? Dann drucke am besten so etwas wie „Ich suche Kollegen“ auf die Rückseite. Vielleicht sitzt der nächster Bewerber ja hinter deinen Mitarbeitern im Bus. Auch Sportkleidung kann an Mitarbeiter verteilt werden. So gibt es sogar „Werbeschilder“ im lokalen Fitnessstudio.

Gibt es einen Firmenwagen? Dort ist sicherlich das Logo und der Unternehmensname aufgedruckt? Dann könnte man genauso gut noch einen Hinweis für Bewerber anbringen. Firmenname und Hinweis zur Website genügt vollkommen. Bitte unter keinen Umständen ganze Stellenausschreibungen auf Autos drucken! Das kann sowieso kaum jemand ganz durchlesen.

Personalmarketing vor der Haustür | Noch einen Schritt weiter?

Du hast nun alle Basics erfolgreich umgesetzt? Überall in deiner Stadt ist dein Firmenname zu lesen und jeder wird dort zu einer Bewerbung aufgefordert? Dann bist Du jetzt bereit, noch einen drauf zu setzen und regelmäßig etwas für dein lokales Personalmarketing zu tun:

Hast Du schon einmal an Sponsoring gedacht? Keine Angst, ich rede nicht davon, den lokalen Bundesligisten im Fußball zu sponsern. Auch hier gilt: „Back to the Basic’s“. Fange klein an. Gibt es in deiner Heimat einen Traditionsverein, der bekannt ist? Nutze auch hier die Chance mit relativ geringem Einsatz viel Publikum zu erreichen. Besuche zum Beispiel Spieltage, lasse den Stadionsprecher deinen Firmennamen nennen, lege Flyer aus oder lasse ein Banner aufhängen. Vor allem kleinere Vereine freuen sich immer, wenn Unternehmen auf sie zukommen, um sie zu unterstützen. So machst Du das Beste aus einer Win-Win-Situation. Auch können so Partnerschaften entstehen, um zum Beispiel später interessante Werbefilme oder Karrieretrailer zu erstellen. Vielleicht gewinnst Du ja sogar Personal direkt aus dem Verein, den Du unterstützt. Einfacher geht es ja kaum!

Auch wenn ich persönlich kein besonders großer Fan von Printmedien bin, sollte die Überlegung gemacht werden, in lokalen Zeitungen Präsenz zu zeigen. Vielleicht in Form eines Jubiläums-Artikels zum 20-jährigen Bestehen deines Unternehmens, vielleicht zum Erfolg des gesponserten Vereins oder zur Teilnahme an einem wohltätigen Projekt. Auch hier geht es grundlegend darum, Sichtbarkeit zu erzeugen. Bewerbungen werden mit steigender Bekanntheit ohnehin vermehrt eintreffen.

Wenn es um die Sichtbarkeit geht, führt kein Weg daran vorbei, aktiv zu werden. Überlege, ob die eben genannten Punkte umgesetzt werden können. Wenn ja, kann noch etwas ergänzt oder besser gemacht werden? Werde kreativ und nutze alle Möglichkeiten, um Sichtbarkeit zu generieren. Im Folgenden findest Du eine Übersicht mit den eben genannten Punkten und weiteren Beispielen für einen guten Start. Denke aber nicht, dass die Liste alle Möglichkeiten beinhaltet. Jedes Unternehmen muss eigene Wege finden, welche sich an Umgebung, Branche und weiteren Gegebenheiten anpassen.

Lokale Maßnahmen im Personalmarketing
KostenAufwandEffekt
FirmenschildMittelMittelGroß
Kleidung mit LogoGeringGeringGroß
Bedruckter Firmenwagen GroßGeringGroß
Berufs- und SchulmessenGeringGroßGroß
SponsoringMittelGroßMittel
Lokale ZeitungGroßMittelGering
InnungstätigkeitenGeringGroßGering
Weitere WerbeflächenGroßMittelGering

Wenn Du diese Übersicht durchgearbeitet hast, eigene lokale Ideen entwickelt hast und eine vernünftige Website aufgesetzt hast, dann solltest du zu nächst ein Mal stolz auf dich sein! Du bist deutlich weiter als die meisten kleinen und mittelständischen Unternehmen da draußen und hast dir schon einen großen Vorteil im Kampf um die Talente verschafft. Keine Sorge, wie Du mit den ganz großen mithalten kannst und dir auch hier Vorteile erarbeiten kannst erkläre ich dir später im Kapitel über die Candidate Experience.

Jetzt bist du bereit einen Schritt weiter zu gehen und aktive, wiederkehrende Arbeit in Dein Personalmarketing zu investieren!

Personalmarketing in Jobbörsen oder der Zeitung

Ich weiß, das hast du schon ca. 10 Mal in diesem Guide gelesen, aber ich möchte nur sicher gehen, dass Du kein unnötiges Geld ausgibst. Deshalb noch einmal die Frage: Du hast eine gute Website, welche dein Unternehmen vorstellt, Vorteile für Mitarbeiter aufzeigt und mit allen aktuellen Stellenausschreibungen gepflegt ist? Dann kannst Du nun beginnen, Personalmarketing mit Stellenanzeigen zu nutzen. Am Ende ist hier immer das Ziel, dass ein Bewerber deine Website besucht, um sich ein Bild über dein Unternehmen zu machen und sich dann aktiv für eine Bewerbung zu entscheiden.

Print ist tot! Das hört man immer wieder. Aber stimmt das wirklich? Tatsache ist, dass die Onlinestellenanzeige im Jahr 2018 deutlich erfolgreicher ist, besser ausgewertet werden kann und auch kosteneffizienter funktioniert. Aus diesen Gründen empfehle ich dir, grundsätzlich Stellenanzeigen online zu veröffentlichen, da hier wahrscheinlich ein besserer Nutzen erreicht wird. Eine Stellenanzeige online zu schalten, kostet in der Regel zwischen 600 – 1500 Euro, die Laufzeit beträgt hierbei normalerweise 30 Tage. Im Vergleich dazu liegen Printanzeigen in der Tageszeitung je nach Auflage bei ca. 800 Euro. Dafür erscheint deine Anzeige in ca. 2 – 3 Ausgaben der Zeitung. Natürlich spielen mehrere Faktoren eine Rolle bei der Auswahl des Mediums. Ich empfehle deshalb, beide Wege zu versuchen und dabei zu testen, was für dich besser funktioniert. Beide Optionen haben klare Vor- und Nachteile. Vielleicht zeigt sich ja bei dir, dass eine Mischung beider Optionen die beste Alternative darstellt.

Vorteile von Printanzeigen:

Besonders, wenn Du planst, Mitarbeiter aus der Region für dich zu gewinnen, solltest Du es mit einer Printanzeige versuchen. Mitarbeiter aus der Region mit lokaler Bindung sind besonders interessant, wenn du eine lange Zusammenarbeit anstrebst. Abonnenten von Tageszeitungen gehören in der Regel zu der etwas älteren Zielgruppe, was Du definitiv für dich nutzen kannst. Suchst Du also einen erfahrenen Mitarbeiter aus der Region? Dann versuche es doch einmal mit einer Printanzeige!

Vorteile von Onlineanzeigen:

Wie bereits erwähnt, punkten Onlineanzeigen in der Regel mit dem besseren Preis-Leistungsverhältnis, denn diese Anzeigen laufen in der Regel bis zu 30 Tage. Ein weiterer Vorteil ist die Reichweite. Diese Anzeigen können deutschlandweit oder je nach Stellenportal auch weltweit geschaltet werden. Suchst Du also auch Fachkräfte außerhalb deiner Region oder kommst mit der lokalen Suche nicht weit, dann kommst Du um die Onlineanzeige nicht herum.

Personalmarketing Stellenanzeigen Online JK Marketing

Auf Online-Plattformen wie StepStone.de oder Monster.de kannst Du Stellenanzeigen veröffentlichen und gefunden werden!

Worum es wirklich geht:

Deine Anzeigen müssen auffallen, egal ob Du dich für Print oder Onlineanzeigen entscheidest. Die Anzeige wird immer in einem Meer von vielen verschiedenen Anzeigen erscheinen. Sei es auf der Seite mit Stellenanzeigen in der Tageszeitung oder im Online-Stellenportal deiner Wahl. Achte darauf, einen interessanten Job-Titel zu wählen, der leicht gefunden werden kann, das Anzeigendesign ansprechend zu gestalten und die Inhalte der Anzeige passend darzulegen. Erwähne wichtige Zusatzleistungen und zeige auf, warum dein Unternehmen der Arbeitgeber Nummer eins ist. Solltest Du Unterstützung bei der Anzeigen-Erstellung benötigen, kannst Du auch hierfür auf die Werbeagentur deines Vertrauens zurückgreifen. Wenn Du schließlich schon 800 Euro für das Schalten einer Anzeige bezahlst, willst Du doch auch, dass diese so auffällig und dadurch so erfolgversprechend wie möglich gestaltet ist.

Beim Anlegen der Anzeige beschränke dich unbedingt auf die wichtigsten Punkte. Angenommen, Du listest Zusatzleistungen deines Unternehmens auf, dann suche dir drei Leistungen heraus, welche besonders für dein Unternehmen sprechen. Bei dir gibt’s einen eigenen Koch? Erwähne das auf jeden Fall! Du bietest eine Gratis-Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio? Dann erwähne das und denke an die Sportkleidung! Überlege dir, welche Leistungen dem potenziellen Bewerber am wichtigsten sind und nutze diese, um dich aktiv von anderen Unternehmen abzusetzen.

Das trifft auch auf alle anderen Punkte zu! Niemand möchte eine Liste mit 20 Punkten lesen, welche die späteren Aufgaben bis ins Detail erklärt. Beschränke dich auf vier bis fünf der wichtigsten Punkte, welche später ca. 80 Prozent der Stelle ausmachen. So trifft die Beschreibung die spätere Stelle sehr gut und deine Anzeige bleibt übersichtlich.
Zuletzt punktest Du mit einem sogenannten „Call to action“. Beende den Anzeigentext mit einem Satz wie „Bewerben Sie sich jetzt für Ihren Traum-Job bei Firma …“ oder „Nutzen Sie die Chance und bewerben Sie sich noch heute für Ihren Traumjob“. Diese Sätze sollen den Leser der Anzeige dazu ermutigen, eine Bewerbung zu verfassen. Aus dem Marketing kennt man diese „Call to action“ zum Beispiel aus Onlineshops. Dort tauchen sie meist in der Form von „Jetzt Kaufen“ oder „Noch heute bestellen“ auf. Nutze auch diesen Trick, um die Effizienz deiner Stellenanzeigen zu verbessern.

Sei auch hier kreativ! Was macht deine Firma besonders? Nutze genau das! Brauchst Du Inspiration bei der Erstellung deiner Anzeigen? Dann suche doch selbst einmal nach ähnlichen Stellen. Welche Anzeigen findest Du besonders ansprechend? Woran liegt das? Welche Wörter fallen besonders oft? Was kannst Du davon lernen? Lasse diese Eindrücke in die Erstellung deiner eigenen Anzeigen einfließen. Dadurch lernst Du am besten, was eine gute Stellenanzeige ausmacht. Prüfe immer, wie erfolgreich deine Anzeigen waren, dadurch kannst Du dazulernen! Was unterscheidet deine erfolgreichen von den weniger erfolgreichen Anzeigen? Durch diese Lernkurve kannst Du in der Zukunft immer bessere Anzeigen erstellen.

Personalmarketing mit Social Media

Social Media für Personalmarketing zu nutzen, klingt im ersten Moment nach einem logischen Schritt, allerdings ist das harte Arbeit, bei der man zu Beginn regelrecht enttäuscht wird. Es scheint relativ einfach. Eine Facebook-Seite ist in zehn Minuten erstellt. Dann etwas Text und Bildmaterial zur Verfügung stellen und fertig ist der Social-Media-Auftritt. Dann kann man eigentlich darauf warten, dass die ersten Bewerbungen ins Haus flattern, oder? Leider funktioniert das so in den wenigsten Fällen. Die Realität sieht leider eher so aus: die Seite wird erstellt, einige Beiträge werden verfasst, es stellen sich nur wenige Interaktionen und Reaktionen der Nutzer ein und das Projekt Social Media verläuft langsam aber sicher im Sand. Gepostet wird jetzt nur noch vereinzelt, weder mit Plan noch mit dem Auge für das Detail.

Social Media funktioniert nur, wenn es lebt. Du stehst hier ständig in der Pflicht, neuen Content zur Verfügung zu stellen und das am Besten mit Konzept. Denke also immer daran: Social Media sollte in erster Linie dein Unternehmen bekannter machen, direkte Bewerbungen sind vorerst nicht nötig.

Ungefähr so solltest Du deine Strategie erarbeiten:

  1. Evaluiere, welche Social-Media-Kanäle sich für deine Zielgruppe eignen.
  2. Überlege, welchen Content Du erstellen könntest (Sinnhaftigkeit).
  3. Erstelle einen Content-Plan (Uhrzeit und Tag an Zielgruppe anpassen).
  4. Accounts erstellen und vollständig mit Informationen füllen.
  5. Teste deine Strategie, evaluiere sie und passe sie an.

Welche Social-Media-Plattform darf es denn sein?

Die Auswahl ist groß, ähnlich wie das Potenzial dieser Wunderwerkzeuge. Mein Vorschlag: so lange Du nicht die Mittel oder die Unternehmensgröße hast, einen Social Media Manager in Vollzeit einzustellen, fange zunächst klein an und mache wenige Dinge richtig, statt viele Dinge nur halbherzig. Wähle hier zunächst nur eine einzige Plattform und nutze diese, um zu lernen, was ankommt, welche Art von Inhalten funktioniert und wie viel Aufwand nötig ist, um Erfolge zu erzielen.

Personalmarketing im Social Media Instagram JK Marketing

Hier siehst Du einige Beispiele für Social-Media-Personalmarketing auf den Kanälen Facebook & Instagram. Hier kannst Du wahlweise Content erstellen oder Anzeigen schalten!

Facebook
Facebook ist bis heute das beliebteste Social Media Netzwerk weltweit. Mit über 2 Milliarden Nutzern weltweit gibt es hier nahezu keine Grenzen für dein Unternehmen. Wie sich in der Vergangenheit gezeigt hat, eignet sich Facebook auch hervorragend für den Einstieg in die Arbeit mit Social Media.

Instagram
Ist visuell dein Ding? Sind deine Produkte, deine Dienstleistungen oder deine Karrieremöglichkeiten schön anzusehen? Dann versuche es doch auf Instagram. Hier kannst Du aufregende Bilder mit informativen Texten teilen.

Tipp: Nutze Instagram auch mal im Blog-Format, indem Du deutlich mehr Text als üblich nutzt!

Twitter
Kurz und knackig? Nutze 280 Zeichen, um aktuelle Entwicklungen, Trends oder News zu deinem Unternehmen zu teilen.

Snapchat
Deine Zielgruppe ist besonders jung? Vielleicht geht es um Auszubildende oder Studierende? Dann versuch es mit Snapchat. Hier tauchen Inhalte nur kurz auf und verschwinden dann wieder. Der perfekte Platz, um deiner Kreativität freien Lauf zu lassen.

YouTube
Du möchtest Videos produzieren? Vielleicht begleitet dein Unternehmen duale Studenten im Auslandssemester oder die Vertriebsmitarbeiter auf einer Reise? Diese Inhalte kommen besonders gut an, da sie so authentisch und unverfälscht sind.

Xing & LinkedIn
Bei diesen Netzwerken geht es um Karriere. Nutzer, die sich hier anmelden, suchen Karrierechancen oder suchen aktiv nach neuen Mitarbeitern. Auch gibt es hier Pro-Versionen, die je nach Netzwerk relativ kostspielig werden können. Deshalb mein Tipp: versuche es zuerst mit den Standardversionen.

Personalmarketing im Social Media Facebook JK Marketing

Große Unternehmen erstellen für ihr Personalmarketing eigene Social-Media-Kanäle, Du solltest einen für dein gesamtes Unternehmen erstellen und immer wieder HR-relevante Infos posten!

Die Social-Media-Spielregeln: Content is King

Social Media kann am Anfang sehr kompliziert sein. Eine perfekte Strategie auszuarbeiten, ist zu Beginn selten machbar. Das ist aber zunächst gar nicht nötig! Wichtig ist, dass Du damit loslegst, dir einen guten Plan machst und diesen Stück für Stück umsetzt. Nachdem Du einiges an Erfahrungen gesammelt hast, kannst Du deinen Plan überarbeiten und weiter optimieren. Damit Du allerdings nicht bei Null anfangen musst, hier einige Tipps für deine Strategie:

  1. Die Qualität ist entscheidend. Wenn Du deine Follower nur mit uninteressanten Informationen versorgst, werden diese schnell gelangweilt und waren die längste Zeit Fans deiner Seite. Gib dir deshalb Mühe und setzte auf einige qualitativ hochwertige Beiträge statt belangloser Dauerbeschallung.
  2. Regelmäßigkeit ist der Schlüssel. Niemand verlangt von dir, jeden Tag hervorragenden Content zu teilen. Im Gegenteil, das könnte einigen Personen schon zu viel sein. Versuche einen Rhythmus zu finden, dem Du gerecht werden kannst. Zum Beispiel ein bis zwei Mal pro Woche. Achtung: Pausen von mehreren Monaten sind ein No-Go!
  3. Der Tag und die Uhrzeit. Spiele mit diesen Faktoren. Finde heraus, wann deine Zielgruppe dazu neigt, am meisten mit den Beiträgen zu interagieren. Nahezu jedes Netzwerk bietet hierfür Statistiken, die einfach zu verstehen sind.
  4. Nutze Bilder und Videos. Hierfür bedarf es mittlerweile keiner teuren Kameras mehr. Die meisten Smartphones sind dazu in der Lage, hervorragende Bildaufnahmen zu machen. Wenn Du dann noch etwas Liebe in die Bearbeitung der Bilder steckst, können ausdrucksstarke Eyecatcher entstehen.
  5. Provoziere Interaktionen. Erstelle Inhalte, die zum Diskutieren und Teilen anregen, so verbreiten sich gute Social-Media-Beiträge wie ein Lauffeuer in der relevanten Zielgruppe.
  6. Abschreiben war nur in der Schule nicht erlaubt. Wenn es um Social Media geht, darfst Du dich gerne von Anderen inspirieren lassen! Schaue dir erfolgreiche Marken und deren Social-Media-Auftritte an: welche Methoden werden hier verfolgt? Lassen sich bestimmte Muster erkennen?

Guerilla Recruiting – Darf es ein wenig spezieller sein?

Wie Du wahrscheinlich bereits gemerkt hast, geht es beim Personalmarketing fast immer darum, kreativ zu sein. Offensichtlich müssen wir uns neue Strategien einfallen lassen, um erfolgreiches Recruiting zu betreiben. Einfacher wäre es, eine Stellenanzeige in der lokalen Zeitung zu schalten und auf den richtigen Bewerber zu warten. Leider hat dieses Vorgehen immer seltener den gewünschten Erfolg.

Hier kommt das sogenannte Guerilla Recruiting ins Spiel. Diese Disziplin erfordert wahrscheinlich das größte Maß an Kreativität, kann aber, wenn sie richtig eingesetzt wird, große Erfolge bringen.

Hast Du schon einmal etwas von Guerilla-Recruiting gehört? Hierbei geht es darum, mit möglichst geringem Einsatz einen möglichst großen Überraschungseffekt zu erzeugen. Auch wenn diese Methoden teilweise am Rande der Vernunft stattfinden, können sie optimal genutzt werden, um Personalmarketing zu betreiben. Es soll gleichermaßen frech und kreativ geworben werden, um eventuellen Mitbewerbern einen Schritt voraus zu sein. Hier ein Beispiel, damit Du verstehst, was gemeint ist:

Immer wieder kommt es vor, dass Teilabschnitte auf viel befahrenen Pendler-Strecken zu Baustellen werden, die den Verkehr noch unerträglicher machen, als er ohnehin ist. Wenn jetzt noch eine Umleitung gefahren werden muss, nutze die unangenehme Situation für dich! Hänge ein großes Banner an die Straßenabsperrung oder gut sichtbar an der Umleitungsstrecke auf. Vielleicht mit dem Text: „Schluss mit Pendeln und nervigen Baustellen! Bewerben Sie sich hier bei [Ihr Firmenname]“. So lernen Personen nicht nur dein Unternehmen kennen, sondern bekommen auch noch direkt einen guten Grund geliefert, sich bei dir zu bewerben.

Die Candidate Experience – Wie wird dein Unternehmen wahrgenommen?

Die Candidate Experience („Erfahrung der Kandidaten“) beschreibt die Eindrücke, die ein Bewerber während des gesamten Bewerbungsprozesses bei dir sammelt. Diese werden zu einem Gesamteindruck, den der Bewerber dann von einem Unternehmen hat. Da dieser Eindruck maßgeblich zu der Entscheidung des Bewerbers für oder gegen ein Unternehmen beiträgt, ist es besonders wichtig, diese Candidate Experience so positiv wie möglich zu gestalten. Bedenke, dass der Bewerber bereits mit dem Sichten deiner Stellenanzeige beginnt, Erfahrungen mit deinem Unternehmen zu sammeln. Gleiches gilt für Werbebanner oder deinen Internetauftritt. Deshalb ist es wichtig, dass Du keinen dieser Punkte vernachlässigst. Für deinen Internetauftritt kannst Du meinen Guide für die Erstellung deiner eigenen Website nutzen oder dir professionelle Hilfe suchen, falls Du selbst nicht genug Ressourcen hierfür hast. Das ist es auf jeden Fall wert! Im Folgenden konzentrieren wir uns auf die Candidate Experience in Bezug auf das Bewerbungsverfahren. Also ab dem Zeitpunkt, ab dem der Bewerber eine Bewerbung für eine Stelle in deinem Unternehmen schreibt.

Wie es nicht geht:

Beispiele von schlechter Personalarbeit verbreiten sich wie Lauffeuer und sorgen regelrecht dafür, dass Personen abgeschreckt werden und sich dadurch nicht bewerben. Ich selbst habe mich vor einer Weile bei einem Konzern beworben, um dort im Marketing zu arbeiten. Mal abgesehen davon, dass das Bewerberportal eine absolute Qual war und ich praktisch meine gesamte Bewerbung dafür über den Haufen werfen musste, erlebte ich absolut miserable Personalarbeit. Ein paar Stunden nach dem Absenden der Bewerbung erhielt ich eine automatisierte Antwort mit der Nachricht über den Erhalt der Bewerbung. So weit, so gut. Die Nachricht war zwar unpersönlich und automatisch generiert, aber immerhin war die Bewerbung angekommen. Danach passierte erst einmal nichts mehr, ganze zwei Monate lang! Wohl gemerkt: die Stelle war „ab sofort“ ausgeschrieben. Das ist ein absolutes No-Go. Erstens haben Bewerber in diesem Zeitraum meistens schon eine Stelle gefunden., zweitens fühlen sie sich dadurch alles andere als wertschätzt. Mal abgesehen davon ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Nach ca. einem Monat Wartezeit rief ich bei besagtem Unternehmen an, um mich nach dem Zwischenstand zu erkundigen. Ich wurde mit einem unfreundlichen „Gedulden Sie sich gefälligst!“ abgewiesen und hörte dann wie gesagt noch einmal einen Monat nichts mehr von dem Unternehmen. In der Zwischenzeit hatte ich einige Bewerbungsgespräche und es wurde sehr konkret bei zwei anderen Firmen, die deutlich schneller waren. Aber dazu später mehr.

Schließlich bekam ich einen Anruf, ich möge bitte zum Bewerbungsgespräch in einer Woche erscheinen. Ich sagte zu. Als ich dann einen Tag vor dem Bewerbungsgespräch bei der anderen Firma zusagte und das Gebäude nach dem letzten Gespräch verließ, bekam ich einen Anruf vom Konzern mit der Info, die Stelle wäre nun intern besetzt, das Bewerbungsgespräch daher abgesagt. Sei‘s drum. Das Einzige, was mir nun vom Konzern blieb, waren die Eindrücke furchtbarer Personalarbeit und die automatischen E-Mails vom Bewerberportal, die mir alle zwei Monate Absagen für Stellen zuschicken, auf die ich mich nicht mal beworben habe.

Wie kann man sich denn bei dir bewerben?

Nun haben wir gesehen, wie es nicht geht. Deshalb hier ein paar Tipps, wie Du das Bewerben an sich möglichst angenehm für den Bewerber gestalten kannst:

Mache es dem Bewerber einfach und biete verschiedene Optionen an, wie sich der Bewerber bewerben kann. Die einfachsten und beliebtesten Wege sind hierbei Post oder E-Mail. Danach folgt die Bewerbung über das Kontaktformular deiner Website und zuletzt das Bewerbermanagementsystem. Natürlich ist das Bewerbungsverhalten altersbedingt sehr verschieden. So werden ältere Personen tendenziell eher den Postweg bevorzugen und jüngere Personen die digitalen Möglichkeiten. Damit Du Optionen für alle potenziellen Bewerber hast, empfehle ich, das Du E-Mail, Post und ein Kontaktformular zur Verfügung stellst (letzteres optional). Der klare Vorteil bei diesen Wegen ist, dass der Bewerber seine fertigen Unterlagen direkt als Anhang beifügen und dir ohne weitere Bearbeitung zukommen lassen kann. Nichts ist frustrierender im Bewerbungsprozess, als die gesamten Unterlagen für ein Bewerberportal neu aufzubereiten und anschließend alle Informationen, die man auch dem Lebenslauf entnehmen könnte, in mühsamer Kleinarbeit im Bewerberportal neu einzugeben.

Auch solltest Du niemals vergessen, auf deiner Website klar zu erklären, auf welchen Wegen man sich bewerben kann, an welchen Ansprechpartner die Bewerbung gerichtet sein soll und welche Unterlagen beiliegen sollten.

Als weitere Anregung: ist es wirklich notwendig, dass Bewerber bei dir ein Motivationsschreiben verfassen? Klar gehört das irgendwie zu einer Bewerbung dazu, allerdings ist das eine weitere Hürde, welche einen guten Mitarbeiter davon abhalten könnte, sich jemals bei dir zu bewerben! Prüfe einfach mal, ob die ausgeschriebenen Stellen wirklich ein Anschreiben benötigen. Falls nicht, starte doch mal einen Versuch ohne Motivationsschreiben. Vielleicht erhältst Du dadurch ja mehr Bewerbungen und ein besseres Ergebnis. (Wenn Du kein Anschreiben verlangst, kommuniziere das ebenfalls gut sichtbar auf deiner Karriereseite online!)

Den Bewerber nicht warten lassen

Zwar ist es verständlich, dass die Unterlagen im Voraus gründlich geprüft werden müssen, allerdings sollte das nicht länger als eine Woche dauern. Kommt der Bewerber in Frage, sollte er eingeladen werden. Falls nicht, erhält er eine freundliche Absage. Zuerst per Telefon und dann schriftlich per E-Mail. Bewerbungen für 2 – 3 Monate zu sammeln, um dann im Anschluss ein Auswahlverfahren zu starten und zu merken, dass die Hälfte der Bewerber bereits eine Stelle gefunden hat, ist nicht nur anstrengend und frustrierend, es ist auch vergeudete Zeit.

Natürlich ist der verbundene Arbeitsaufwand deutlich höher, wenn man Bewerber einzeln direkt nach Eintreffen der Bewerbung bewertet, allerdings ist die Wirkung, die Du dadurch erreichen kannst, deutlich besser. Hier geht es um das gleiche Prinzip wie zu Anfang: Du musst dir klar machen, dass gutes Personalmarketing aufwändig sein kann und nicht immer einfach. Allerdings schaffst Du dir dadurch viele Vorteile. Was sind dir also deine Bewerber wert? Aufwand zu betreiben, Wertschätzung zu zeigen und sich sobald möglich zu melden? Oder kannst Du es dir leisten, die Bewerber acht Wochen auf eine Antwort warten zu lassen? Wohl kaum!

Und deshalb wirst Du sofort damit beginnen, Bewerbungen direkt zu prüfen. Das ist nämlich dein Ass im Ärmel als Kleinunternehmen oder Mittelständler. Du bist viel agiler, musst dich nicht durch eine Bewerbermanagementsoftware kämpfen oder vier Wochen Bewerbungen sammeln. Du kannst Personen schon einstellen, bevor andere Unternehmen überhaupt das Auswahlverfahren gestartet haben. Und wenn Du doch ein wenig Zeit überbrücken musst, gibt es einen Tipp: sende direkt nach Erhalt der Bewerbung eine Empfangsbestätigung per E-Mail. Um nun beim Bewerber präsent zu bleiben, schickst Du eine Empfangsbestätigung per Post, inklusive einem kleinen Geschenk ein paar Tage später. Als kleines Geschenk eignet sich zum Beispiel eine Packung Gummibärchen mit deinem Logo drauf, ein Stück Schokolade oder Ähnliches. Der Bewerber wird direkt positiv überrascht sein. Denn sowas bekommt man nicht bei jedem Unternehmen. Ehrlich gesagt: billiger kann man kein gutes Personalmarketing betreiben und einen guten Eindruck hinterlassen! Dein erster Schritt für die erfolgreiche Candidate Experience!

Das Nicht-Warten-Lassen gilt übrigens für die Einladung oder Absage für das Bewerbungsgespräch, für die Einladung oder Absage für den Schnuppertag und die endgültige Zu- oder Absage deinerseits. Sei in allen Punkten schnell. Das verschafft deinem Unternehmen einen riesigen Vorteil.

Schlechte Erfahrungen verbreiten sich einfacher als gute

Sich während des Bewerbungsprozesses immer vorbildlich und zuvorkommend zu präsentieren, mag anstrengend und aufwändig sein. Allerdings kann es weitreichende Konsequenzen haben, wenn man das nicht tut. Ähnlich wie beim Onlineshopping haben negative Bewertungen eine stärkere Wirkung und verbreiten sich leichter. Kaum jemand schreibt online eine Bewertung, wenn alles glatt lief. Sollte es jedoch Probleme geben, ist die erste Option eine schlechte Bewertung zu hinterlassen. Diese verbreitet sich also leichter und hat damit eine stärkere Wirkung. Erlebt jemand ein gutes Bewerbungsgespräch und wird danach gefragt, antwortet er mit „war gut.“ Sollten aber negative Erfahrungen entstanden sein, werden diese bis ins Detail an alle Personen im Umkreis kommuniziert. Dadurch kann schon durch ein verpatztes Bewerbungsgespräch ein schlechter Ruf entstehen. Möchte man hingegen, dass sich ein positives Bild verbreitet, ist der Aufwand ungleich höher. Man muss also aus der Masse der „guten“ Bewerbungsgespräche eindeutig hervorragen, ein „super“ Bewerbungsgespräch abliefern. Versuche genau das zu erreichen. Im Folgenden findest Du noch eine Checkliste, um die Candidate Experience und dein Personalmarketing auf das nächste Level zu bringen:

  1. Wie kann man sich bei dir bewerben? Biete zwei bis drei Möglichkeiten und verzichte auf komplizierte Systeme.
  2. Versende Empfangsbestätigungen mit kleinem Geschenk (Gummibärchen, Schokolade, USB-Stick…).
  3. Lasse deine Bewerber NIE warten. Antworte innerhalb weniger Tage. Das ist dein größter Vorteil. Das gilt auch für das Bewerbungsgespräch. Der Bewerber sollte nicht 30 Minuten im Eingangsbereich warten müssen.
  4. Zeige Wertschätzung. Ein kleiner Snack für die Heimfahrt (z.B. Getränkedose mit deinem Logo und Müsliriegel) kommt immer gut an!
  5. Sei IMMER freundlich. Selbst wenn ein Bewerber absagt, bedankt man sich für die Bewerbung und weist ihn darauf hin, dass er sich immer wieder bewerben darf.

Fazit: Dein Personalmarketing kannst Du locker selbst in die Hand nehmen!

Wie Du also siehst, kannst Du dein Personalmarketing locker selbst in die Hand nehmen. Viele Dinge, wie die kleinen Geschenke, lassen sich super günstig und schnell umsetzten. Denke nur daran, bei den Grundlagen zu beginnen und diese ganzheitlich umzusetzen, so verschenkst du am wenigsten Potenzial. Eine gute Website gehört einfach dazu! Wenn Du hier noch Hilfe brauchst, dann schau dir doch mal meinen Guide für Deine eigene Website an! Dann geht’s vor der Haustür weiter, sorge hier für eine hohe Sichtbarkeit und eine regionale Bekanntheit mit Beschilderung, Firmenkleidung, Sponsoring usw…. Nutze parallel auch Personalmarketing mittels Stellenanzeigen und Social Media, um das Maximum rauszuholen. Wenn Du diese Dinge und weitere Tipps aus diesem Guide umsetzt, wirst Du bald einen deutlichen Erfolg merken!

Du hast noch weitere Fragen oder möchtest ein einzelnes Thema genauer beleuchtet haben? Dann schreibe mir doch einen Kommentar oder hinterlasse mir eine Nachricht! Was tust Du für dein Personalmarketing? Lass es mich wissen!

Jan Kreher JK Marketing

Hi ich bin Jan!

Ich zeige Dir, wie Du dein eigenes Marketing an den Start bringen kannst. Ob Personalmarketing, Produktmarketing, Branding oder einzelne Themen wie Green Marketing: ich versuche dir diese Themen so zu erklären, dass Du diese einfach selbst in deinem Unternehmen umsetzen kannst!